Familienchronik

Laufersweiler und Švihálek,

sowie einige angeheiratete Linien.

 

Band I – 1995

Angepasst fürs Internet in Mai 2004

 

Autor: Shlomo Leonard Laufersweiler

 

 

 

 

Außer handfesten Lebensregeln sind gute Erinnerungen

das Beste, was man den Kindern mitgeben kann.

 

Worms, den 19. Juli 1995


 

INHALTSVERZEICHNIS

 

1. Vorwort zur Internet-Ausgabe 2004

2. Einführung............................................................................................................................................................... 3

2.1. Warum Familienforschung?............................................................................................................... 3

2.2. Angewandte Forschungsmethoden................................................................................................. 3

2.3. Quellenübersicht.................................................................................................................................. 4

3. Stamm Laufersweiler............................................................................................................................................... 5

3.1. Legenden.............................................................................................................................................. 5

3.2. Ort Laufersweiler in Hunsrück und die Namensgeschichte.......................................................... 5

3.3. Genealogische Funde zwischen 1630 und 1878.............................................................................. 6

3.4. Älteste direkte Vorfahren nach dem 30-jährigen Krieg.................................................................. 10

3.5. Galizische Periode 1785 - 1939............................................................................................................ 10

3.5.1. Die Kolonisten.................................................................................................................. 10

3.5.2. Zurück nach Westen........................................................................................................ 13

3.6. Emigration in die USA......................................................................................................................... 14

3.7. Nicht zugeordnete Linien................................................................................................................... 14

3.8. Übersicht heute in Deutschland lebender Laufersweiler (Stand 1995)........................................ 14

3.9. Übersicht heute außerhalb Deutschlands lebender Laufersweiler (Stand 1995)....................... 16

4. Stamm Svihálek....................................................................................................................................................... 18

5. Stamm Brezina......................................................................................................................................................... 18

6. Stamm Jonczy.......................................................................................................................................................... 18

7. Stamm Müller und Harlfinger................................................................................................................................ 18

8. Stamm Manz und Sauer......................................................................................................................................... 18

9. Schlußwort............................................................................................................................................................... 19

10. ANHANG............................................................................................................................................................... 20

10.1. Bibliographie...................................................................................................................................... 20

10.2. Index.................................................................................................................................................... 20

10.3. Urkunden und Dokumente............................................................................................................... 22



 

1. Vorwort zur Internet-Ausgabe 2004

 

Die vorliegende Arbeit wurde in 1995 als gebundenes Buch erstellt. Für die Internet-Ausgabe 2004 wurden folgende Anpassungen vorgenommen:

-          Abschnitte mir personenbezogenen Daten für die Zeit nach dem II. Weltkrieg wurden aus Datenschutzgründen teilweise entfernt oder angepasst.

-          Graphiken wurden teilweise für den Bildschim angepasst oder weggelassen

-          Die Forschungsdaten und die Stammbaumdaten sind auf dem Stand von 1995

-          Veränderungen nach 1995 wurden meistens noch nicht berücksichtigt

 

2. Einführung

 

Die mündlich überlieferten Legenden der Familie Laufersweiler waren teilweise so unglaublich und abenteuerlich, daß ich der Verlockung nicht widerstehen konnte, sie durch systematische Erforschung der zugänglichen Quel­len weiter zu beleuchten.

 

Jedes Fürstenhaus, jeder Adelige, viele bekannten und berühmten Familien haben ihren Stammbaum. Doch wo wir selbst herkommen - ob wir nun Didié, Novák, Lippert, Švihálek, Brezina, Jonczy oder Laufersweiler heißen - liegt für uns meistens im Verborgenen.

 

Gerade noch Großeltern oder Urgroßeltern sind bekannt, danach verliert sich die Spur unserer Familie oft im Dunkeln. Warum also nicht einmal systematisch die Wurzeln der eigenen Herkunft erforschen?

 

Um die Mosaiksteine der vergangenen Generationen zusammenzufügen, wurde ein Familienarchiv gegründet, in dem die Spuren der Sippschaft gesammelt wurden. Vom Interesse waren nicht nur trockene Zahlen, sondern auch Geschichten, Legenden und Anekdoten, jüdische und adelige Verwandtschaft oder Vorfahren, berufliche Pleiten und große Erfolge. Im Laufe dieser Arbeit hat es sich gezeigt, daß das Quellenmaterial viel umfangreicher ist als zuerst ange­nommen, und daß seine vollständige Auswertung wohl mehrerer Forscher bedarf. Insofern ist diese Arbeit kein abgeschlossenes Werk, sondern eher eine einführende Untersuchung.

 

Das Ergebnis dieser Forschung, die fast ein Jahr gedauert hat, sind Stammbäume und eine kurze Familienchronik, die nicht nur unsere Wurzeln erhellt, sondern die auch unseren Nachkommen die Umwälzungen der heutigen Zeit dokumentiert.

 

2.1. Warum Familienforschung?

Sammeln - Dinge welcher Art auch immer - gehört zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Neben Briefmarken, Münzen, Tellern, Schallplatten ist auch Nostalgisches vielen Menschen ein faszinierendes Hobby geworden. So findet auch die Geschichte der Familie immer mehr Interesse. Dadurch kann auch Familien- und Ahnenforschung zu einem spannendem Hobby werden. Warum sollte man nicht einmal etwas sammeln, das an die Wurzeln der eigenen Herkunft führt?

 

2.2. Angewandte Forschungsmethoden

 

Die Anzahl der Vorfahren wächst arithmetisch mit der Anzahl der erforschten Generationen. So haben wir zwei Eltern, vier Großeltern, acht Urgroßeltern, sechzehn Ur-Urgroßeltern - und das ohne deren Geschwister zu rechnen. Aber die Ur-Urgroßeltern wurden erst um den Anfang dieses Jahrhunderts geboren. Zehn Generationen bedeuten 1024  Vorfahren in direkter Linie. Mit zehn Generationen sind wir jedoch erst im 17. Jahrhundert angelangt. Familienforschung wird zu einer wahren Leidenschaft - denn man kann immer wieder in die Vergangenheit zurückgehen. Immer wieder steht man vor der Frage: Was war davor? Wer war davor?

 

Seit dem Ende des Mittelalters leben wir in einer sehr schnellebigen Zeit. Kriege, Revolutionen, technische In­novationen, Emanzipation, Entdeckungen von neuen Kontinenten, Inflationen, Wirtschaftswunder, Niedergang des Kommunismus, Ostheimkehrer - all dies sind prägende Ereignissen, die die jeweilige Zeit be­stimmt haben. Erst das Verständnis dieser Begleitumstände beleuchtet die Hintergründe und Beweggründe unserer Vorfahren. Der Alltag der Einzelpersonen wurde durch die Geschichte von Städten und Regionen be­stimmt. Die Spuren der Einzeleinflüsse sind unterschiedlich dokumentiert. Über manche Epochen sind zahlreiche Zeugnisse, Bücher und Museen erhalten, über andere können wir nur spekulieren.

 

Um den Gesamtumfang dieser Arbeit in Grenzen zu halten, wurden folgende Grundregeln aufgestellt:

      Das primäre Ziel ist die Erforschung der Vorfahren mit dem Familiennamen Laufersweiler. Um dieses Haupt­ziel zu erreichen wurde der größte Aufwand betrieben. Die Ausgangspersonen sind meine beiden Kinder Judith Jael und Eli Jochanan Laufersweiler.

      Die angeheirateten weiblichen Linien bei direkten Vorfahren werden nach Möglichkeit weitgehend berücksichtigt, soweit deren Ermittlung mit vertretbarem Aufwand möglich ist.

      Sonstige und verschwägerte Linien wurden nur dann aufgenommen, wenn deren Stammbäume bereits fertig vorlagen und ohne großen Aufwand integrierbar waren.

 

Da sich diese Arbeit also vor allem auf die patriarchalische Linie konzentriert, bietet die Erforschung der matriarchalischen Linien noch viele Betätigungsfelder für die Zukunft.

 

Je nach Geschichtsabschnitt wurden verschiedene Forschungsmethoden eingesetzt.

 

      Die jüngere Geschichte bis in die Gegenwart hinein (20. Jahrhundert) wurde vor allem durch die Befragung der lebenden Familienangehörigen durchgeführt. Dazu wurde ein Fragebogen entwickelt. Die Reaktion auf diese Um­frage war unterschiedlich und reichte von einer begeisterten Zustimmung und detaillierten Einzelinform­ation bis zum Desinteresse. Durch die Fragebogenmethode wurden einige Laufersweiler-Linien ermittelt, die jedoch zu der Hauptlinie nicht zugeordnet werden konnten. Sie werden im Weiteren als Basis für mögliche künftige Forschung aufgelistet.

      Die authentischen Aufzeichnungen von Ida Didié, geb. Laufersweiler dokumentieren das Leben der Nachkommen von Adolf Phillip Laufersweiler.

      Die mittlere Geschichte (19. bis 18. Jahrhundert) wurde aus bestehenden genealogi­schen Urkunden und aus der zahlreichen Literatur über die Galiziendeutschen ermittelt. Die wichtigsten literarischen Quellen dieser Epoche der Familie Laufersweiler sind die Bücher vom Fritz Seefeld[1], mit dem wir über die zweite Frau von Adolf Laufersweiler - Mathilde Harlfinger verschwägert[2] sind.

      Wichtige Hilfe bei der Erforschung der mittleren Geschichte kam über die Arbeitsgemein­schaft ostdeutscher Familienforscher e.V. (AGoFF). Der Leiter der Forschungsstelle Galizien und Bukovina der AGoFF, Herr Manfred Daum überprüfte, korrigierte und ergänzte in mühevoller Kleinarbeit in Archiven und Kirchenbüchern von Galizien, die sich im Besitz der Sippenkundlichen Arbeitsgemeinschaft im Hilfskomitee der Galiziendeutschen befinden, die genealogischen Angaben dieser Epoche. 

      Die ältere Geschichte (17. Jahrhundert und älter) wurde direkt aus Archiven und Kirchenbüchern in der Pfalz (Partenheim) ermittelt.

      Gespräche mit Dr. Fritz Schellack - Autor der Dorfchronik vom Ort Laufersweiler[3] - halfen bei der Datierung der gegenwärtigen Schreibweise des Ortsnamens Laufersweiler, deren Zusammenhang mit dem Familiennamen Laufersweiler vermutet wird.

      Die mündlichen Überlieferungen von Erich Ferdinand Laufersweiler bewahrten viele wertvolle Hinweise und Legenden über die Familiengeschichte.

      Die in tschechischer Sprache handgeschriebene Familienchronik von Viktor Švihálek ist als Anhang beigefügt. Sie ist ein einmaliges Zeugnis der böhmischen Familiengeschichte.

 

2.3. Quellenübersicht

 

Die verschiedenen Informationsquellen sind häufig verkettet, so daß eine gegenseitige Überprüfung und Ergänzung die Zuverlässigkeit der Informationen erhöht. Den höchsten geschichtlichen Beweiswert besitzen Informationen, die aus mehreren unabhängigen Quellen stammen.

 

Die nachfolgende Graphik ist ein Beispiel einer typischen Quellenverkettung, wie sie in dieser Arbeit häufig vorkam:

 

 

Kritisches ist zur den Literaturquellen erforderlich. Einige wichtige Quellen über deutsche Siedlungen in Galizien stammen aus der Zeit des Nationalsozialismus 1933-1945 und tragen dadurch deutliche propagandistische Züge. Die Texte wirken einseitig, glorifizieren die deutschen Kolonisten und äußern sich arrogant über andere Bevölkerungsgruppen. Die Begeisterung für Hitler war in den Siedlungsgebieten öfters eifriger als in Deutschland selbst.

 

Ein trauriges Zeugnis für eine seltsame Vermischung von Religion und Nazismus sind zum Beispiel einige Äußerungen des Pfarrers Fritz Seefeld, der wohl einer der am meisten zitierten Chronisten des Dornfelder Bezirks in Galizien ist, in dem unsere Vorfahren lebten. Er fordert eine stärkere Bindung der deutschstämmigen Kolonien an das Deutschtum, um eine allmähliche Vermischung mit der Umgebung zu verhindern: In dem Schlußwort seiner Chronik verlangt er die volle Hingabe der deutschstämmigen Protestanten an den Führer: "Dann müßt Ihr euch nicht nur für Adolf Hitler begeistern, sondern Ihr müßt euch von seinen Ideen überwältigen lassen, Ihr mußt vom Umbruch des deutschen Volkes mitgerissen sein. ... Nun horcht auf, was über die Grenze [von Deutschland] zu euch dringt von der Heiligkeit der göttlichen Schöpferordnung."[4] Seine Geschichtsschreibung ist durch diese Ideologie deutlich beeinflußt.

 

Das andere Ende des Spektrums bilden einige polnischen Historiker, die unter den deutschen Auswanderern nach Galizien nur "Habenichtse" sehen, die kaum etwas zum Aufbau des Landes eingebracht haben.

 

Eine objektive Geschichtsschreibung der deutschen Siedlungsgebiete in Osteuropa ist jedoch bis heute ein heikles Politikum, und es wird wohl noch eine Historikergeneration dauern bis neue, nicht ideologisch gefärbte Geschichtsbücher geschrieben werden.

 

 

3. Stamm Laufersweiler

 

3.1. Legenden

 

Die Legenden über die Familie Laufersweiler und ihr Weg von Hunsrück nach Galizien wurden von Erich Ferdinand Laufersweiler mit viel Hingabe weiter erzählt und somit für die Nachkommen erhalten.

 

Die älteste mündliche Überlieferung berichtet über die Namensgeschichte Laufersweiler: "Vor dem 30-jährigen Krieg hat in der Nähe des Ortes Laufersweiler in Hunsrück ein Bauer dem König das Leben gerettet. Dafür wurde er in den Adelsstand erhoben und wurde Freiherr von Laufersweiler. Da die Laufersweiler Protestanten geworden sind, mußten sie im Zuge der Auseinandersetzungen des 30-jährigen Krieges ihren Heimatort in Richtung Osten verlassen, sie gingen nach Salzburg und später nach Wien. Angeblich hatten sie enge Verbindungen zu den Herrscherhäusern, sogar bis zum Hof in Wien. Überall waren sie aktive Protestanten, was ihnen häufig Konflikte mit der katholischen Umgebung bescherte. Sie mußten öfters weiterziehen. Später soll ein Vorfahre - die Legende berichtet, daß es in Ungarn war - wegen seiner ausschweifenden Lebensführung den adligen Titel verloren haben. Die Familie zog dann nach Galizien in die Nähe von Lemberg."

 

Diese Arbeit hat bestätigt, daß einige Teile dieser Überlieferung  in geschichtlichen Tatsachen wurzeln. Die adlige Herkunft und der "von" Titel konnten aus den vorhandenen Quellen für die Laufersweiler zwar nicht nachgewiesen werden, dafür gibt es jedoch Indikationen, daß über eine angeheiratete Linie (Manz), die Vorfahren bis zum Karl dem Großen reichen.

 

3.2. Ort Laufersweiler in Hunsrück und die Namensgeschichte

 

Woher kommt der Name Laufersweiler? Die Namenswissenschaftler klassifizieren diesen Familiennamen in die Gruppe der Herkunfts- bzw. Ortsnamen. Die Ortsnamen gehören neben Berufs- und Eigenschaftsnamen zu den häufigsten Familiennamen in Zentraleuropa.

 

Wegen der Länge und relativer Komplexität in der Schreibweise besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, daß der Familienname Laufersweiler tatsächlich mit dem gleichnamigen Dorf in Verbindung stand. Die Forschung von Dr. Fritz Schellack[5] deutet darauf hin, daß die heutige Schreibweise des Ortes Laufersweiler erst nach 1590 erscheint. Vorher war die Schreibweise des Ortsnamens Leuferswilre, was damals als Lewaschwiler ausgesprochen wurde. Bis heute hat sich im Dialekt der Nachbardörfer die Ursprüngliche Aussprache als Lawaschwiler erhalten.

 

Die Schreibweise aller bekannten Ahnen entspricht überwiegend der Schreibweise des Ortes Laufersweiler nach 1590[6]. Um das Jahr 1690 gab es nachweislich mindestens 20 Träger dieses Namens in der Pfalz. Die ältesten bekannten Erwähnungen des Personennamens Laufersweiler, wie es von anderen Forschern berichtet wurde, stammen aus der Zeit um 1620. Daraus kann bestimmt werden, daß unsere Vorfahren wohl zwischen 1590 und 1620, also rund um das Jahr 1600 den Namen Laufersweiler angenommen haben. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, daß mehrere nicht verwandte Familien diesen Namen unabhängig voneinander annahmen. Gleichzeitig kann mit ziemlicher Sicherheit ausgeschlossen werden, daß der Name älter als 1590 ist, da er sonst Leuferswilre lauten müßte. Es wäre unwahrscheinlich, daß alle lebenden Personen den Namen einer späteren Änderung der Schreibweise des Ortes Laufersweiler anpassen würden.

 

Es gibt deutliche Hinweise dafür, daß es höchstwahrscheinlich nie die legendären Freiherren von Laufersweiler gegeben hat. In den Bibliotheken gibt es ausführliche Adelskataloge, die jedoch nirgendwo von Laufersweiler berichten. Auch Dr. Fritz Schellack, der eine Chronik des Ortes Laufersweiler verfaßt hat[7], sieht keine Hinweise für ein adliges Geschlecht von Laufersweiler.[8] Zu dieser Legende wurde auch eine Frage in den Fragebögen gestellt, die an andere Laufersweiler verschickt wurden (heute leben etwa 70 Personen mit dem Namen Laufersweiler in Deutschland). Abgesehen von Erich Ferdinand Laufersweiler wurden keiner von den antwortenden Personen Berichte über adelige Vorfahren bekannt.

 

Da zwischen den ältesten Hinweisen auf den Familiennamen Laufersweiler (ohne von) und der heutigen Schreibweise des Ortes nur etwa 30 Jahre liegen (1620 - 1590 = 30 Jahre), kann nach dem heutigen Stand der Forschung davon ausgegangen werden, daß Freiherren von Laufersweiler wohl nur Wunschträume unserer Vorfahren waren. Eine solche glorifizierende Legendenbildung ist in der Genealogie wohlbekannt und wird von vielen Familienforschern berichtet.

 

Wie sind dann unsere Vorfahren zu diesem Namen gekommen? Darüber kann nur spekuliert werden. Vielleicht stammten sie tatsächlich aus dem Ort Laufersweiler in Hunsrück - hier könnte der wahre Kern der adeligen Legende liegen - und zogen, wie es damals üblich war, entlang der Postwege in Richtung Frankfurt. Als sie in ihre neue Heimat in einem der Pfälzischen Dörfer südlich von Mainz kamen (siehe nächstes Kapitel), übernahmen sie den Namen ihres Herkunftsortes als Familiennamen. Bis heute ist es vor allem in kleinen Dörfern üblich die Neuzugezogenen nach ihrem Herkunftsort zu bezeichnen ("das sind die Mannheimer, Partenheimer, Wormser usw."). Vielleicht hatten diese Vorfahren auch einen weitverbreiteten Namen, wie z.B. Müller oder Klein, der in ihrem neuen Ort bereits mehrfach vorhanden war. Um weitere Verwechslungen zu vermeiden, änderten sie ihren Namen nach dem Herkunftsdorf eines Familienmitgliedes.

 

3.3. Genealogische Funde zwischen 1630 und 1878

 

Die nachfolgende Tabelle stellt genealogische Angaben aus drei Quellen zusammen:

 

      Angaben des Archivs Louter aus Holland

      Forschung in Kirchenbüchern von Hans-Martin Holleitner

      Forschung in Kirchenbüchern des Ortes Partenheim von Leonard Laufersweiler

 

Diese Angaben stellen einen wichtigen Hinweis auf die Verteilung der Träger des Namens Laufersweiler in Deutschland zwischen 1654 und 1878. Die älteste hier erwähnte  Person ist wohl Peter Laufersweiler, der 1657 in Gaulsheim heiratet. Demnach mußte er um 1630 geboren sein.

 

Interessant ist auch die unterschiedliche Schreibweise des Namens in den Kirchenbüchern:

 

      Laubersweiler[9]

      Lawersweiler[10]

      Lauffersweiler

      Laufersweiler

 

Diese Unterschiede in der Schreibweise können häufig auch bei anderen Familiennamen beobachtet werden. Sie hängen mit dem wenig ausgeprägten Grammatikbewußtsein der Namensträger und der buchführender Pastoren in dieser Zeit zusammen und wohl auch mit dem unterschiedlichen Alter der Einträge. Nicht selten wird nachweislich dieselbe Person an verschiedenen Stellen eines Kirchenbuches mit unterschiedlicher Schreibweise geschrieben.

 

Die hier aufgelistete Sammlung der genealogischen Daten erfolgte nicht systematisch. Es sind nur Zufallsfunde. Eine systematische Erforschung anderer Quellen könnte noch weitere Angaben in anderen Gebieten finden. Sie sind jedoch ein wichtiger Hinweis, daß das Siedlungsgebiet der Laufersweiler um das Jahr 1700 überwiegend die Ostpfalz war und wie wir später sehen werden, bis heute geblieben ist. Das holländische Archiv Louter wurde von mir beauftragt im gesamten Gebiet des Deutschen Reiches nach Laufersweiler-Angaben zu suchen. Auch hier lagen die gefundenen Angaben fast ausschließlich in der Pfalz. Von Interesse ist auch, daß mit Ausnahme der Partenheimer- und Düsseldorfer-Linie, fast alle Laufersweiler katholisch waren.

 

Die hohe Verbreitung des Namens und unterschiedliche Religionen lassen die Frage aufwerfen, ob alle Laufersweiler miteinander verwandt waren, oder ob es sich hier um einen gängigen Nachnamen handelt, wie z.B. Partenheimer, Offenbacher oder Mannheimer, der in dieser Region von mehreren nichtverwandten Familien angenommen wurde. Dies sollte von der künftigen Forschung noch geklärt werden.

 

Name

Datum

nur Sort.

Ort

Ereignis

Name

Eltern

Kinder

Rel./Quelle

Peter Laufersweiler

1.1654

1654

Gaulsheim

getauft

 

Johannes u. Margaretha

 

r-k KB Gaulsheim

Anna Margaret. Laufersweiler

27.12.1657

1657

Gaulsheim

getauft

 

Peter u.

Anna Maria

 

r-k KB Gaulsheim

Peter Laufersweiler

12.1.1657

1657

Gaulsheim

heiratet

Durst Anna Maria

Peter

 

r-k KB Gaulsheim

Johann Michael Lauffersweiler

12.10.1659

1659

Gaulsheim

getauft

 

Johannes u. Margaretha

 

r-k KB Gaulsheim

Johann Heinrich Lauffersweiler

24.9.1661

1661

Gaulsheim

getauft

 

Joes u. Margarethe

 

r-k KB Gaulsheim

Johannes Laufersweiler

23.11.1663

1663

Gaulsheim

getauft

 

Joes u. Marg.

 

r-k KB Gaulsheim

Michael Laufersweiler

16.12.1671

1671

Gaulsheim

getauft

 

Peter u.

Anna Maria

 

r-k KB Gaulsheim

Anna Margaret. Laufersweiler

16.12.1674

1674

Gaulsheim

getauft

 

Peter u.

Anna Maria

 

r-k KB Gaulsheim

Maria Elisabeth Laufersweiler

20.3.1678

1678

Gaulsheim

getauft

 

Peter und Anna Maria

 

r-k KB Gaulsheim

Susanna Catharina Lauffersweiler

20.3.1678

1678

Gaulsheim

getauft

 

Peter u.

Anna Maria

 

r-k KB Gaulsheim

Maria Elisabeth Laufersweiler

9.10.1685

1685

Gaulsheim

heiratet

Turelli Martin

Peter

 

r-k KB Gaulsheim

Johannes Laufersweiler

12.3.1690

1690

Gaulsheim

beerdigt

 

 

 

r-k KB Gaulsheim

Johannes Lauffersweiler

1691

1691

Gaulsheim

heiratet

Böhmer Ursula

Peter

 

r-k KB Kemp-ten bei Bingen

Casimir  Laufersweiler

5.3.1696

1696

Gaulsheim

heiratet

Zöllesin Ursula

Peter und Anna

 

r-k KB

Gaulsheim

Johann Peter Laufersweiler

6.4.1697

1697

Gaulsheim

getauft

 

Casimir u. Ursula

 

r-k KB Gaulsheim

Johann Philipp Laufersweiler

11.4.1699

1699

Gaulsheim

getauft

 

Casimir u. Ursula

 

r-k KB Gaulsheim

Anna Katharina Laufersweiler

12.3.1701

1701

Gaulsheim

getauft

 

Casimir u. Ursula

 

r-k KB

Gaulsheim

Appolonia Laufersweiler

15.5.1703

1703

Gaulsheim

heiratet

Duch Henricus

 

 

r-k

Louter Archiv

Maria Barbara  Lawersweiler

18.1.1706

1706

Rüdesheim/

Rhein

heiratet

Münch Christophor

 

 

r-k KB Hallgarten/Rhg.

Mathias Lawersweiler

1711

1711

Rüdesheim/Rhein

Taufpate

Münch

 

 

r-k KB Rüdesheim

Maria Charitas  Lauffersweiler

1722

1722

Kempten bei Bingen

ledige

Taufpatin

Grünewald

Joes

 

r-k KB

Kempten

Anna Margar. Laufersweiler

1728

1728

Partenheim

geboren

 

Nicolaus u. Anna Marg.

 

ev KB Partenheim

Maria Barbara Laufersweiler Witwe von Johann Peter L.

9.4.1731

1731

Gaulsheim

heiratet

Max Johannes aus Geisenheim

 

 

r-k KB Gaulsheim

Thomas Lauffersweiler

1734

1734

Kempten bei Bingen

Taufpate

Sohn d. Schöffen Nicolaus Simon

 

 

r-k KB Gaulsheim

Anna Eva Laufersweiler Witwe von Jo-hann Philipp L.

17.8.1739

1739

Gaulsheim

heiratet

Mentenich Johann Gerhard aus Langenlohnshm.

 

 

r-k KB Gaulsheim

Thomas Lauffersweiler

1740

1740

Kempten bei Bingen

Taufpate

Sohn d. Heinrich Sütz

 

 

r-k KB Kempten

Friedrich

Laufersweiler

8.10.1740

1740

Partenheim

heiratet

Anna Barbara

 

 

ev KB Partenheim

Katharina  Laufersweiler

27.9.1742

1742

Partenheim

geboren

 

Friedrich u. Anna Barb.

 

ev KB Partenheim

Johann Martin Laufersweiler

28.2.1745

1745

Partenheim

geboren

 

Friedrich u. Anna Barb.

Johann Geo.

Christina Ba.

Philipine Ca.

Johann Ph.

ev KB Partenheim

Johan Valentin

10.1746

1746

Partenheim

geboren

 

Friedrich u. Anna Barb.

 

ev KB Partenheim

Nicolaus Laufersweiler

7.2.1747

1747

Partenheim

gestorben

 

 

 

ev KB Partenheim

Thomas Lauffersweiler

1753

1753

Kempten bei Bingen

heiratet

Sturm Anna Maria

 

 

r-k KB Kempten

Thomas Lauffersweiler

30.8.1757

1757

Kempten bei Bingen

stirbt (40 Jahre alt)

 

 

 

r-k KB Kempten

Anna Margar.  Laufersweiler

22.11.1757

1757

Partenheim

heiratet

 

 

 

ev KB Partenheim

Salome Lauffersweiler

2.8.1764

1764

Mainz

heiratet

Steimetz Thomas

 

 

r-k KB Hallgarten/Rhg.

Jois Michaelis Laufersweiler

um 1770

1770

Dörrebach

heiratet

Annae Catharine

 

Appolonia 71

Joes Anton79

k

Louter Archiv

Johann Martin Laufersweiler

16.1.1770

1770

Partenheim

heiratet

Katharine Elisa. Schuster

Friedrich u. Anna Barb.

bekannt

ev KB Partenheim

Johann Georg Laufersweiler

25.10.1770

1770

Partenheim

geboren

 

Johann Mart. u. Kath. Elis.

 

ev KB Partenheim

Christina Barb. Laufersweiler

5.10.1772

1772

Partenheim

geboren

 

Johann Mart. u. Kath. Elis.

 

ev KB Partenheim

Henrici Laufersweiler

um 1774

1774

Langen-lonsheim

heiratet

Mariae Elisabetha Flommersfeldin

 

Joannes 75

Anna Cath.78

k

Louter Archiv

Johann Peter Laufersweiler

21.5.1776

1776

Partenheim

geboren

 

Johann Mart. u. Kath. Elis.

 

ev KB Partenheim

Philipine Catharine Laufersweiler

12.1.1779

1779

Partenheim

geboren

 

Johann Mart. u. Kath. Elis.

 

ev KB Partenheim

Johann Phillip Laufersweiler

27.8.1781

1781

Partenheim

geboren

 

Johann Mart. u. Kath. Elis.

 

ev KB Partenheim

Anna Maria Lauffersweiler

18.1.1782

1782

Rüdesheim/Rhn.

stirbt

 

 

 

r-k KB Rüdesheim

Joannis Laufersweiler

20.4.1790

1790

Dörrebach

heiratet

Adlerin Sussana

 

Catharina 95

Joannes Jacobus 97

Joannes Wilhelmus 99

Petrus 02

k

Louter Archiv

Johann Laufersweiler

25.2.1791

1791

Dörrebach/

Stromberg

geboren

 

Johann u. Sussana

 

r-k KB Hallgarten/Rhg.

Antonius  Laufersweiler

14.10.1792

1792

Gaulsheim

heiratet

Bawelin Gertrude

 

Catharina 93

Philippus 95

Sibilla 98

r-k

Louter Archiv

Philippi Laufersweiler

um 1794

1794

Gaubickel-heim

heiratet

Arnoldin Joannae

 

Susanna 95

k

Louter Archiv

Wilhelmi Laufersweiler

um 1794

1794

Gaubickel-heim

heiratet

Lechthalerin Margarethae

 

Petrus Josephus 95

k

Louter Archiv

Christine Henriette  Laufersweiler

24.7.1796

1796

Düsseldorf

heiratet

Wenz Peter Heinrich

 

 

ev

Louter Archiv

Georgius Laufersweiler

13.6.1798

1798

Furfeld

heiratet

Ennersin Barbara

 

 

k

Louter Archiv

Christina Laufersweiler

22.1.1815

1815

Gaubickel-heim

heiratet

Weiss Nicolaus

 

 

k

Louter Archiv

Susanna Laufersweiler

16.2.1817

1817

Gaubickel-heim

heiratet

Weiss Petrus

 

 

k

Louter Archiv

Johann Laufersweiler

10.9.1822

1822

Hallgarten/Rhg.

heiratet

Katharina Klein v. Neuhof

Johann u. Sussana

 

r-k KB Hallgarten/Rhg.

Andreae  Laufersweiler

um 1824

1824

Gaulsheim

heiratet

Hoos Magdalena

 

Sibylla 1826

Sibilla 1828

r-k

Louter Archiv

Christina Laufersweiler

4.9.1827

1827

Sprendlin-gen

heiratet

Stilz Josephus

 

 

r-k

Louter Archiv

Philippus Laufersweiler

29.1.1828

1828

Bendorf

heiratet

Staudenmeier Maria Catharina

 

Catharina 20

Maria Antoinetta 20

Catharina 26

Catharina 27

Simon 30

r-k

Louter Archiv

Petrus Laufersweiler

4.7.1831

1831

Dörrebach

heiratet

Friedrich Anna Maria

 

Conradus 32

Anna Maria 33

Wilhelmus 35

Caecilia 37

Henricus 39

Elisabetha 42

Joannes 44

k

Louter Archiv

Antonius Laufersweiler

16.10.1831

1831

Gaulsheim

heiratet

Maisenberger Elisabetha

 

Anna Maria 32

Georgius 33

Maria Ther. 34

Gertrudis 36

Petrus 37

Antonius 40

Anna Marg.44

Sofia 43

r-k

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Fide  Laufersweiler

25.11.1834

1834

Gaubickel-heim

heiratet

Schnabel

Mathius

 

 

k

Louter Archiv

Andreae  Laufersweiler

um 1834

1834

Gaulsheim

heiratet

Jehn Agnetis

 

Christianus 36

Andreas 39

Magdalena 41

Petrus Jacobus 44

Joannes 45

r-k

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Johann Georg Laufersweiler

um 1835

1835

Darmstadt

heiratet

Bridaut Marie Dorothee

 

Heinrich Philipp 36

Georg 39

ev

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Jacobus  Laufersweiler

2.2.1836

1836

Gaubickel-heim

heiratet

Wilhelm Gertrudis

 

 

k

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Christina Laufersweiler

13.10.1836

1836

Gaubickel-heim

heiratet

Stenner Michael

 

 

k

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Sibilla Laufersweiler

28.1.1838

1838

Mainz

heiratet

Hubert Nicolaus

 

 

k

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Margaretha Laufersweiler

10.2.1839

1839

Gaubickel-heim

heiratet

Borl Joannes

 

 

k

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Elisabetha Laufersweiler

23.10.1840

1840

Gaubickel-heim

heiratet

Fuhr Joannes Franciscus

 

 

k

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Valentinus Laufersweiler

19.10.1845

1845

Bendorf

heiratet

Hoppen Anna Maria

 

Henricus 45

Antonetta 46

Joannes 48

Henricus 50

Adamus 53

Anna 55

Petrus 58

r-k

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Catharina  Laufersweiler

23.11.1847

1847

Bendorf

heiratet

Nett Petrus

 

 

r-k

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Elisabetha Laufersweiler

12.9.1847

1847

Gaubickel-heim

heiratet

Schnabel Mathias

 

 

k

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Maria Antoinetta Laufersweiler

7.9.1851

1851

Koblenz

heiratet

Ruebenach Joes Theophorus

 

 

k

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Leopoldus Laufersweiler

13.10.1853

1853

Mainz

heiratet

Huibert Eva

 

 

k

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Barbara Laufersweiler

um 1857

1858

Gaulsheim

heiratet

?

 

Theresia 58

r-k

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Simon Laufersweiler

30.10.1859

1859

Koblenz

heiratet

Haymann Margaretha

 

Catharina 65

Margaretha 69

k

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Wendelino Laufersweiler

21.6.1862

1862

Groß-Winterheim

heiratet

Eberhard Christine

 

 

k

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Petrus Laufersweiler

19.10.1865

1865

Büdesheim

heiratet

Beyer Gertrudis

 

Elisabetha 62

Dorothea 70

Anna Hildegardis 72

r-k

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Christianus Laufersweiler

24.10.1867

1867

Gaulsheim

heiratet

Missenauer Anna Maria

 

Sophia 69

Henricus 70

Fraciscus 73

 

r-k

Louter Archiv

Valentinus Laufersweiler

5.11.1868

1868

Gaubickel-heim

heiratet

Haas Elisabetha

 

 

k

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Jacobus Laufersweiler

27.1.1870

1870

Gaubickel-heim

heiratet

Theis

Magdalena

 

 

k

Louter Archiv

Valentinus Laufersweiler

6.6.1872

1872

Gaubickel-heim

heiratet

Gruber Maria Magdalena

 

 

k

Louter Archiv

Antonius Laufersweiler

11.4.1872

1872

Gaulsheim

heiratet

Mueller Katharine

 

 

r-k

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Elisabeth Laufersweiler

1.5.1873

1873

Düsseldorf

heiratet

Rinke Wilhelm

 

 

?

Louter Archiv

Margaretha Laufersweiler

25.11.1873

1873

Gaulsheim

heiratet

Boerner Johannes

 

 

r-k

Louter Archiv

Johan  Laufersweiler

7.1.1873

1873

Gaulsheim

heiratet

Friedrich Gertraude

 

 

r-k

Louter Archiv

Henricus  Laufersweiler

24.11.1874

1874

Gaubickel-heim

heiratet

Haas Magdalena

 

 

k

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Maria Theresa Laufersweiler

15.10.1878

1878

Bingen

heiratet

Weidmann Eduardus

 

 

r-k

Louter Archiv

Abkürzungen:      r-k: römisch-katholisch;k: katholisch; ev: evangelisch; KB: Kirchenbücher

 

3.4. Älteste direkte Vorfahren nach dem 30-jährigen Krieg

 

Der älteste direkt bekannte Vorfahre und somit der Stammvater unserer Linie ist Friederich Laufersweiler (geboren um 1685). Von ihm ist bekannt, daß ihm seine Frau C(atharina) Elisabetha in Partenheim am 10.7.1721 die Tochter Maria Laufersweiler gebar, die im evangelisch lutherischem Kirchenbuch registriert wurde. Er ist wahrscheinlich der Bruder von Nicolauß Laufersweiler, der am 7.2.1747 im Alter von 68 Jahren gestorben ist, und evangelisch-lutheranisch beerdigt wurde (s. Stammtafel LAU-2). Sein Sohn Friedrich Laufersweiler (geboren um 1715) heiratete  in Partenheim am 8.10.1740 Anna Barbara, was auch in den Partenheimer Kirchenbüchern verzeichnet wurde. Dieses Ehepaar hatte drei Kinder von denen Johann Martin  Laufersweiler (*28.2.1745) die Geschichte unserer Familie durch die Auswanderung nach Galizien (heute Ukraine) in 1784 dramatisch veränderte. Mindestens vier Generationen von  Laufersweiler haben in Partenheim gelebt. Bis heute konnte noch nicht festgestellt werden woher sie nach Partenheim kamen.

 

Welche Hintergründe zwangen Johann Martin  Laufersweiler sein Geburtsdorf zu verlassen? Im Jahre 1784 hatte die Pfalz ein furchtbares Jahrhundert hinter sich. Ein Zeitzeuge berichtet:

 

"Von übermütigen Forderungen beständig beängstigt, mit der Verpflegung zahlreicher Feinde unaufhörlich belästigt, den Erpressungen der durchziehende Heere bloßgestellt, mußten sie alles über sich ergehen lassen, um nicht noch schlimmeren Übeln ausgesetzt zu werden. Hatten die Bewohner ein Jahr Ruhe, so konnten sie erwarten, daß die nächste Ernte dem Feinde gehörte. So sah es damals in der Pfalz aus, die ja von jeher ein Tummelplatz fremder Heere war und unmögliches über sich hatte ergehen lassen müssen. Dazu kam der ungewöhnlich harte Winter 1708/09, durch den die Landwirtschaft unendlichen Schaden erlitt. Dumpfe Verzweiflung  faste die frierende und hungernde Bevölkerung in Stadt und Land. ... Rücksichtslos wurden trotzdem die Zehnten eingetrieben. Zu diesen wirtschaftlichen Notständen kamen auch politische Unterdrückungen und religiöse Unduldsamkeit, da nach der damaligen Zeit, wenn der Landherr die Religion wechselte, auch die Untertanen folgen mußten; bald war man katholisch, bald lutherisch, bald reformiert. Sogar gewaltsame Mittel wurden zur Bekehrung angewendet. Alles dies zusammen mußte den Bürgern und Bauern zuletzt die Heimat verleiden. Hatte doch damals das unruhige Leben auf ständiger Flucht vor plündernden Feinden bei der Bevölkerung geradezu das Gefühl der Heimatlosigkeit hervorgerufen und die Anhänglichkeit an die von den Vätern ererbte Scholle vollständig erstickt."[11]

 

Kaum ist in der Pfalz eine bedeutende Schlacht  vorgefallen, die nicht eine Kolonie in Galizien, an der Wolga, in Banat oder in Südungarn ins Dasein gerufen hätte. Die Pfalz gehört seit Jahrhunderten zu den am meisten von Kriegen gefährdeten Gebieten Deutschlands.

 

Mit der Auswanderung nach Galizien im Jahre 1784 endete der Aufenthalt von mindestens vier  Laufersweiler-Generationen in Partenheim - einem über 1.000 Jahre alten pfälzischen Dorf. Die Geschichtsforschung dieses Ortes steckt noch in Kinderschuhen, hinzu kommt, daß die evangelischen Kirchenbücher in Partenheim teilweise im sehr schlechten Zustand sind und noch nicht restauriert wurden. Sie enthalten umfangreiche Textpassagen, die wohl noch nicht wissenschaftlich ausgewertet wurden. Auch hier kann noch weiter geforscht werden.  Der Text ist stellenweise jedoch kaum noch lesbar, und es besteht die Gefahr, daß die Inhalte unwiederbringlich verlorengehen werden.

 

 

Fortsetzung siehe Teil 2